Henning: Wenn Kinder euch noch nicht kennen – wie würdest du ZSK mit drei Wörtern beschreiben?
Joshi: Laut, bunt und witzig.
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Die Punkband ZSK rockt nicht nur am Abend für Erwachsene, sondern auch am Nachmittag extra für Kinder. Nach ihrem Konzert in Stuttgart stellte sich Sänger Joshi den Fragen unserer Kinderreporter Henning (8) und Luise (8).
Henning: Wenn Kinder euch noch nicht kennen – wie würdest du ZSK mit drei Wörtern beschreiben?
Joshi: Laut, bunt und witzig.
Luise: Warum habt ihr damals eine Band gegründet?
Joshi: Bei Punkmusik wird immer gesagt, das kann jeder machen. Da muss man nicht unbedingt schon ein Instrument spielen können, man muss einfach loslegen, weil man ganz viel Lust darauf hat. Wir haben gerne Punkmusik gehört und haben dann gesagt: Lasst uns eine Band machen. Wer will was machen? Willst du Schlagzeug spielen? Ich versuch Gitarre – und dann haben wir einfach angefangen. Soll heißen: Ich glaube, wenn man Lust hat, irgendetwas zu tun im Leben, dann muss man das einfach anfangen und schauen, wie man da irgendwie voran kommt. Damit kann man ganz viel in der Welt erreichen.
Luise: Hattet ihr andere Bands als Vorbilder?
Joshi: Auf jeden Fall, zum Beispiel Die Toten Hosen. Als ich die Platte von denen gehört habe, habe ich gedacht: Das ist so eine tolle Musik, das packt mich total, da krieg ich Gänsehaut, wenn ich das höre. Das will ich auch machen. Dass wir dann viele Jahre später mit den Toten Hosen so richtig befreundet sind und mit ihnen zusammen auf Tour gehen, das macht mich total glücklich.
Henning: Warum spielt ihr extra Kinderkonzerte?
Joshi: Ich habe drei Töchter, die sind 7, 11 und 12 Jahre alt. Und die anderen haben auch Kinder, und wir haben ganz viele Freunde mit Kindern. Wir dachten irgendwann, die wollen ja auch wissen, was ihre Eltern so machen, und haben aus Spaß gesagt: Wir machen mal ein Konzert, wo alle Kinder kommen dürfen, nachmittags nach dem Soundcheck. Das fanden alle, die da waren, so toll, dass wir gesagt haben, das machen wir im nächsten Jahr wieder und so wurde es immer größer.
Henning: Was sind die Unterschiede zum Konzert für Erwachsene?
Joshi: Beim Erwachsenenkonzert ist es ein bisschen lauter, ein bisschen länger und es gibt keine Pommes. Die kriegen nur die Kinder.
Luise: Spielen deine Kinder auch Instrumente?
Joshi: Na klar! Ukulele und Geige in der Freizeit, Flöte in der Schule.
Henning: In „Wir kommen in deine Stadt“ singt ihr „Wir proben nie“. Stimmt das?
Joshi: Das ist natürlich ein Witz. Es gibt viele Lieder, wo ich so Witze einbaue. Ich mag es Spaß zu machen und erzähle auch bei den Ansagen auf den Konzerten gerne Quatsch, dann lachen alle. Wir proben sehr viel und sehr hart, weil die Konzerte ja gut sein sollen.
Henning: Wie bereitet ihr euch auf eine Tour vor?
Joshi: Das ist schon sehr aufwendig, weil wir große Konzerte spielen. Wir sind zehn Leute und mit zwei Bussen voller Sachen unterwegs: Instrumente, Verstärker, Licht, ... Die Hallen buchen wir mindestens ein Jahr vorher, meistens sogar anderthalb Jahre vorher, weil sonst die Termine nicht mehr frei sind. Ich überlege dann, wie das Konzert sein soll: Was für ein Vorhang soll hängen? Soll es Konfetti geben oder nicht? Ich habe mir auch ausgedacht, dass da der Hase rumtanzt. Das alles muss man sich vorher überlegen und schauen, ob das schlau ist. Und dann müssen wir ganz viel proben.
Luise: Wenn ihr lange auf Tour seid, streitet ihr dann auch manchmal?
Joshi: Wir streiten nicht so richtig. Auf Tour zu sein sieht von außen immer schön und lustig aus, aber das ist auch sehr anstrengend. Bis wir nach dem Konzert alles eingepackt haben und im Hotel sind, ist es 2 Uhr morgens. Manchmal müssen wir um 8 Uhr schon wieder aufstehen, weil wir weit fahren müssen, und am nächsten Tag wieder und wieder. Man ist also super müde und erschöpft und da passiert es auch, dass irgendwer schlechte Laune bekommt. Dann muss man besonders nett zu dem sein, damit man nicht streitet. Das klappt ganz gut.
Henning: Wenn du eine Superkraft hättest – welche wäre das und wie würdest du sie einsetzen?
Joshi: Boah, meine Lieblingssuperkraft wäre, dass ich mich unsichtbar machen könnte. Dann würde ich versuchen, viele gute Sachen zu tun. Ich würde wahrscheinlich irgendwelchen superreichen Leuten, die viel zu viel Geld haben, einfach was wegschnappen und Leuten geben, die zum Beispiel keine Wohnung haben. Ich glaube, dass in der Welt richtig viele Sachen ungerecht sind, und das mag ich wirklich überhaupt nicht. Eigentlich ist mein Traum, dass es allen Menschen auf der Welt gut geht. Dann wären auch ganz viele Probleme gelöst, weil niemand mehr sauer auf den anderen wäre. Das wäre super cool.
Henning: Wie fühlst du dich auf der Bühne?
Joshi: Das fühlt sich an, als hätte ich Superkräfte! Das ist kein Quatsch! Ich steh da manchmal, und alle Leute singen die Lieder mit und schreien rum – meine Musik begeistert die Leute so sehr, dass sie voll durchdrehen. Und das ist ja so ne Art Superkraft.
Vor fast 30 Jahren wurde die Band gegründet, nur von 2007 bis 2011 legte die Band eine Pause ein. Insgesamt hat sie acht Alben veröffentlicht, zuletzt „Feuer & Papier“. Die Band spielt nicht nur Konzerte in Deutschland, sondern stand auch schon in Japan, Griechenland und anderen europäischen Ländern auf der Bühne. Unter anderem mit ihrer Musik und auf ihren Konzerten setzt sich ZSK für die Demokratie und gegen Rechtsextremismus ein. Sie haben „Kein Bock auf Nazis“ gegründet, die größte Jugendorganisation gegen Rechtsextremismus und Rassismus.