Fabian: Wie entsteht so ein Hörspiel von euch?
Rhea: Erst bekommen wir das Skript, also die Geschichte. Das lesen wir durch und machen Anmerkungen. Dann gehen wir ins Studio – jeder hat seinen festen Platz – und lesen uns die Texte vor. Die müssen wir nicht auswendig lernen.
Sascha: Wir machen dann auch so ein bisschen Geräusche dazu.
Rhea: Und wir machen viel Quatsch und müssen ganz viel lachen.
Manou: Ja, ja, das ist herrlich! Wir lachen nicht übereinander, sondern miteinander. Ganz oft macht jemand einen Fehler und dann müssen wir alle so sehr lachen – und auch die Person, die sich versprochen hat, lacht mit.
Naya: Habt ihr Gemeinsamkeiten mit euren Rollen?
Sascha: Ich fahre auch privat sehr viel Fahrrad, so wie Tim!
Rhea: Ich bin sehr tierlieb. Ich habe es zwar nicht so sehr mit Hunden, wie Gaby, aber mit Katzen und Pferden – ich bin eine Pferdeflüsterin!
Manou: Ich esse gerne Schokolade, so wie Klößchen, aber nicht allzu viel. Und ich mag Witze – in einer schwierigen Situation finde ich es immer schön, wenn die über einen lustigen Spruch aufgelöst werden kann, und dann alle lachen müssen.
Tobias: Ich mag Technik und weiß auf jeden Fall genauso viel wie Karl!
Rhea: Und du kannst die besten Tabellen machen!
Manou: Genau! Wir haben eine Whatsapp-Gruppe und schreiben da immer rein: Wo müssen wir wann sein? Entweder beantwortet das unsere Tourmanagerin Petra oder Tobias, unser Computer, weiß Bescheid.
Sascha: Na Tobias, wie viele Plätze hat der Saal heute?
Tobias: Ungefähr 1200! (alle lachen)
Naya: Mögt ihr eure Rollen?
Alle durcheinander: Ja, ja ja!
Naya: Und wieso?
Rhea: Ich mag alle unsere Rollen, weil die Vier wirklich das Herz am richtigen Fleck haben. Jeder hat seinen ganz eigenen Charakter, sie brauchen einander und funktionieren gut im Team. Das ist so toll!
Fabian: Habt ihr ein Ritual vor euren Live-Auftritten?
Manou: Ja. Wir sind ja nicht nur zu viert auf Tour, es gibt noch viele andere Leute, die mit uns auftreten: den Geräuschemacher, den Erzähler und die Nebenrollen. Die sind schon vor uns auf der Bühne. Bevor wir dann als TKKG rausgehen, umarmen wir vier uns nochmal, sagen, dass wir uns lieb haben, und dann geht’s los.
Fabian: Hattet ihr schon mal witzige oder peinliche Pannen auf der Bühne?
Sascha: Bei unserer letzten Show wollte Tobi nochmal den gleichen Absatz lesen.
Manou: Und das hat er auch noch kommentiert – das war der Fehler!
Tobias: Ich habe gesagt: „Ne – das habe ich schon gelesen.“
Rhea: Da waren wir erstmal alle raus und mussten richtig lachen. Als Tobi dann einfach weitermachen wollte, fing aber immer wieder einer von uns an zu kichern.
Tobias: Und dann hat das ganze Publikum gelacht.
Naya: Werdet ihr manchmal durch eure Stimmen erkannt?
Tobias: Das passiert immer mal wieder. Letztens war ich in der Bahn. Ich habe telefoniert und ein Kind hat ein Hörspiel gehört. Es hat immer so zu mir rübergeguckt, mit seiner Mutter geredet und irgendwann kam die Mutter zu mir rüber und hat mich gefragt, ob ich das spreche. Dann haben wir zusammen ein Foto gemacht. Das war sehr schön.
Rhea: Ich wurde mal an der Supermarktkasse angesprochen. Eigentlich auf meine Rolle in der Serie „Notruf Hafenkante“ hin, aber dann meinte das Mädchen: „Mama, das ist doch die Stimme von Gaby!“ Das war sehr niedlich.
Daniel: Was war euer Traumberuf als Kind?
Rhea: Ich wollte Müllwagen-Fahrerin werden! Ich fand es toll, dass man da den ganzen Tag draußen sein kann.
Sascha: Ich wollte Bauarbeiter werden, weil ich es cool fand, oben auf Gerüsten rumzulaufen.
Tobias: Ich wollte mal Journalist werden und Artikel schreiben.
Manou: Ich wollte Agent oder Raumfahrer werden. Aber ich habe Flugangst, und Agent zu sein ist ein bisschen gefährlich. Aber das ist das Tolle daran, Schauspieler zu sein: Damit kann ich alles sein!
240 Fälle für TKKG
„Ein Fall für TKKG“ heißt es bereits seit 1979. Damals erschien das erste Buch „Die Jagd nach den Millionendieben“. Zwei Jahre später wurden die ersten Hörspiele aufgenommen. Mittlerweile gehen die Sprecherinnen und Sprecher auch auf Live-Tour. Unsere Kinderreporter haben die Vier in Fellbach getroffen, vor ihrem Auftritt zu „Das verschollene Zepter von Gizeh“, dem 240. Fall von TKKG. Für 2027 ist bereits eine weitere Tour angekündigt. Wer einem sehr alten Fall von Tim, Karl, Klößchen und Gaby lauscht, hört zu Beginn einen Hinweis: „Dieses Hörspiel wurde vor vielen Jahren entwickelt und aufgenommen. Es ist ein Produkt seiner Zeit.“ Daher enthalte es diskriminierende, also ausgrenzende oder beleidigende, Darstellungen. Diese seien damals zu wenig hinterfragt worden. Das sei falsch gewesen und passe nicht zur der heutigen Auffassung des Verlags von einer vielfältigen und gleichberechtigten Gesellschaft.