Theater Wie Phantásien lebendig wird

Julia Fahning

Im Staatstheater Stuttgart laufen die letzten Vorbereitungen: Am 16. November feiert das Stück „Die unendliche Geschichte“ hier Premiere. Die Kinderreporter Emma (9) und Benedikt (10) haben miterlebt, wie Kostüme zurechtgezupft, Drachenflügel befestigt und bemalte Reiswaffeln vorbereitet wurden.

Ganz schön dunkel ist es hinter der Bühne, finden die Kinderreporter. „Während den Vorstellung darf kein helles Licht stören“ erklärt ihnen Alina Hennersdorf, die hinter den Kulissen am Stück mitarbeitet. Sie zeigt auf gelbe Streifen auf dem Boden: „Man darf auch nicht über diese Linien treten, sonst wird man von den Zuschauern gesehen!“ Benedikt und Emma merken sofort: Hier ist alles genau geplant, damit bei der Aufführung nichts schiefgeht. Das Stück, das hier geprobt wird, basiert auf dem berühmten Buch von Michael Ende. In „Die unendliche Geschichte“ entdeckt der Junge Bastian ein geheimnisvolles Buch über ein Land namens Phantásien. Es ist ein Ort voller seltsamer Wesen, sprechender Tiere und Magie, der nur durch die Fantasie der lesenden Menschen lebendig bleibt. Um dieses Land vor dem unheimlichen Nichts zu retten, begibt sich der mutige Junge Atréju mit dem Glücksdrachen Fuchur auf ein Abenteuer. Doch sein Versuch das Nichts aufzuhalten scheitert. Da merkt Bastian aus der realen Welt, dass nur er Phantásien retten kann, und wird in das Buch hineingezogen... In unserer Bildergalerie gibt es einen Blick hinter die Kulissen des Theaterstücks.

„Ich habe mal einen Kellner in einem Hühnerkostüm gespielt“

Simon Löcker spielt Atréju, der die Kindliche Kaiserin retten soll. Gleich muss der 26-Jährige in die Probe. Vorher wollten die Kinderreporter von ihm wissen, wie sein Leben als Schauspieler aussieht.

Wie bist du darauf gekommen, Schauspieler zu werden?
Simon: In der Schule habe ich Theater gespielt und gespürt, dass ich dabei einfach ich selbst sein kann. Als ich mitbekommen habe, dass man damit auch Geld verdienen kann, wusste ich: Das ist mein Traumjob!

Wie sieht dein Alltag als Schauspieler aus?
Simon: Meistens stehe ich so um 7 Uhr auf, frühstücke und mache Yoga. Ab 10 Uhr beginnen meistens die Proben und dauern bis zum Mittag. Nach dem Mittagessen gibt es ein kleines Nickerchen und abends probe ich wieder oder spiele Vorstellungen.

Welche Rollen hast du vorher schon gespielt?
Simon: „Die unendliche Geschichte“ ist mein erstes Stück für Kinder. Davor habe ich zum Beispiel mal einen Kellner in einem Hühnerkostüm gespielt oder jemanden, der eigentlich nur im Café sitzt und Bücher liest. Jede Rolle ist anders, das macht den Beruf so spannend! Ich finde, man muss jede Figur ein bisschen lieben, um sie gut spielen zu können.

Was macht dir an der Rolle Atréju am meisten Spaß?
Simon: Atréju ist mutig, neugierig und glaubt an Phantásien – das finde ich toll. Er zeigt, dass man auch als junger Mensch Großes schaffen kann, wenn man an sich glaubt.