Luis: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Musikrichtungen zu vermischen?
Andy Leomar: Ich wollte ein größeres Publikum für klassische Musik begeistern. Junge Leute zum Beispiel. Mir kam die Idee, mit klassischen Instrumenten Musik zu spielen, die eigentlich nicht für sie komponiert wurde.
Konstantin Manaev: Wir sind klassisch ausgebildete Musiker. Aber privat hören wir Rock, Pop, gehen zu Partys und in Clubs. Mit Symphoniacs können wir unsere Leidenschaften zusammenfügen.
Mattis: Könnte eine Künstliche Intelligenz auch diese Musik machen?
Johannes Fleischmann: Mit KI kann man viel Spaß haben und mühsame Arbeit schnell erledigen. Aber sie kann keine Show auf der Bühne spielen und auf das Publikum reagieren. Vor allem ist sie noch nicht kreativ. Wir wollen musikalisch über den Tellerrand blicken. Die Ideen, die uns dabei kommen, kann keine KI ausrechnen.
Clara: Wie kommt ihr auf Ideen für die Stücke?
Paul Kropfitsch: Wir wollen uns ständig weiterentwickeln. Wir machen Andy Vorschläge für neue Titel. Er setzt die Ideen dann um. Ein neues Stück spielen wir erstmal und sagen Andy, was wir ändern würden. Wenn alle zufrieden sind, kommt es in die Show.
Clara: Welches Stück würdet ihr gerne mal aufführen?
Andy Leomar: „Golden“ aus dem Film „KPop Demon Hunters“.
Luis: Wie werden die Musiker ausgesucht, die bei den Symphoniacs dabei sind?
Andy Leomar: (lacht) Es müssen einfach die Besten sein und sie müssen Lust auf das Projekt haben.
Johannes Fleischmann: Oft sind es Freunde, mit denen man gerne zusammen spielt und sich privat trifft. Wir haben auf der Bühne wirklich Spaß miteinander. Das überträgt sich auch auf das Publikum.
Clara: Wieviel Technik nutzt ihr für eure Konzerte?
Andy Leomar: An jedes Instrument wird ein Mikrofon geklippt. In den Ohren haben wir eine Art Kopfhörer. Es heißt In-Ear-Monitoring. So hören wir immer, was wir spielen. Auch wenn es im Saal ganz laut ist. Außerdem spiele ich auf der Bühne zwei Keyboards, bediene einen Synthesizer, ein DJ-Pult und Laptops. Die Lichtershow steuert unser Team von einem Platz im Publikum aus.
Luis: Läuft die Show immer gleich ab?
Philipp Scheucher: Wir besprechen vorher, welche Titel wir ungefähr wann spielen wollen. Es gibt auch ein Konzept für die Beleuchtung. Aber vieles passiert ganz spontan. Da wir alles live spielen, können wir improvisieren. Bei meinen Klaviersoli spiele ich fast jedes Mal ein bisschen was anderes.
Mattis: Wart ihr von Anfang an erfolgreich oder gab es auch Niederlagen?
Johannes Fleischmann: Am Anfang waren wir sehr erfolgreich. Wir haben in den USA gespielt, in Japan und vielen Städten Europas.
Andy Leomar: Aber in der Corona-Pandemie mussten wir alle Konzerte absagen. Damals wussten wir nicht, ob und wie es weitergeht. Aber an Niederlagen wächst man. Man muss wieder aufstehen und sein Bestes geben.
Clara: Welchen Tipp habt ihr für Kinder, die Musiker werden wollen?
Johannes Fleischmann: Dranbleiben! Du musst regelmäßig üben, wenn du besser werden möchtest. Hab‘ trotzdem Freude daran. Musik ist so unglaublich vielseitig und wertvoll. Sie kann ein Leben lang deine Freundin bleiben.
Symphoniacs
Die Symphoiacs vermischen klassische Musik mit Clubmusik. Bei ihren Auftritten stehen zwei Violinisten, zwei Cellisten, ein Pianist und ein Elektronic Artist auf der Bühne. Allerdings sind es nicht immer die Gleichen. Jeder der insgesamt 13 Musiker hat eine internationale Solo-Karriere. Deswegen wechseln sie sich bei den Shows ab. Am wichtigsten ist ihnen die Freude am Musizieren und der Kontakt zum Publikum. „Wenn das Publikum Freude an der Show hat, gibt uns das viel Energie“, sagt Konstantin Manaev. Momentan tourt die Gruppe durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.