Politik Neuer Chef für Ungarn

Maresa Stölting

Jetzt ist Schluss: 16 Jahre lang hat Viktor Orban in Ungarn regiert. Doch bei der Wahl am vergangenen Wochenende hat er verloren. Die Partei seines Gegners Peter Magyar bekam mehr als die Hälfte aller Stimmen. Magyar wird also der neue Ministerpräsident Ungarns.

Wer ist Viktor Orban?

Der 62-Jährige hat seine Amtszeit dafür genutzt, seine eigene Macht auszubauen und das Land weniger demokratisch zu machen. Zum Beispiel wurde die Pressefreiheit stark eingeschränkt, sodass viele Journalistinnen und Journalisten nicht frei berichten konnten. Außerdem wurden Gerichte beeinflusst, die eigentlich die Regierung kontrollieren sollen. Ungarn ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union (EU) – einem Zusammenschluss von 27 Ländern. Bei besonders wichtigen Entscheidungen in der EU müssen alle Mitgliedsländer zustimmen. Unter Orbans Leitung war Ungarn oft das Land, das dagegen gestimmt hat. Zum Beispiel, wenn es darum ging, die Ukraine zu unterstützen, die seit 2022 von Russland angegriffen wird. Stattdessen zeigte sich immer wieder, dass Orban gerne mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammenarbeitete.

Wer ist Peter Magyar?

Vor rund zwei Jahren verkündete Magyar, dass er Orbans Partei verlassen würde. Im Wahlkampf zog der 45-Jährige nun durchs Land – durch Städte und sogar durch kleine Dörfer. So war er nah dran an den Menschen und ging auf ihre Sorgen ein. Er will Ungarn wieder demokratischer machen und enger mit der EU zusammenarbeiten. Außerdem will er dafür sorgen, dass man nur zweimal Ministerpräsident werden kann. In einem Punkt sind sich Magyar und Orban allerdings einig: Die Einwanderungspolitik soll sehr streng bleiben.

So reagieren andere Länder

Viele europäische Politikerinnen und Politiker sind erleichtert über das Wahlergebnis. Sie hoffen, dass die Zusammenarbeit mit Ungarn nun wieder besser wird. Die EU hatte beobachtet, wie das Land immer weniger demokratisch wurde. Sie hatte als Strafmaßnahme deshalb viel Geld zurückgehalten, das dem Land eigentlich zugestanden hätte. Dieses Geld wird die neue Regierung nun wohl bekommen. Weniger begeistert dürften Russland und die USA sein. Orban hat durch sein Verhalten in der EU immer wieder dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geholfen. Auch der US-Präsident Donald Trump und Orban sahen sich als politische Verbündete, denn sie waren in einigen Dingen der gleichen Meinung. Zum Beispiel ist beiden sehr wichtig, dass jedes Land möglichst viele Entscheidungen selbst treffen soll.