Benjamin: Wolltest du schon immer Sänger werden?
Kamrad: Ich hatte das nie so wirklich als Berufswunsch im Kopf. Singen war eher ein Hobby, bei dem ich gemerkt habe, dass ich schon ein bisschen mehr Musik machen möchte als meine Freunde. Nach meiner Schulzeit habe ich das dann auch ungefähr fünf Jahre lang eher erfolglos gemacht, bevor ich 2021 mit meinem Song „I Believe“ bekannter wurde.
Maria: Warst du früher in der Schule gut?
Kamrad: Von meinen Noten her war ich ein Streber – ich hatte einen Abiturschnitt von 1,0. Das ist mir aber nie so zugeflogen, ich habe immer viel gelernt. Und es schadet ja nicht, gute Noten zu haben. Aber keiner muss eine 1,0 im Abi haben!
Benjamin: Ist deine Familie auch auf deinen Konzerten?
Kamrad: Ganz am Anfang habe ich wirklich Konzerte gegeben, bei denen nur mein Vater im Publikum stand. Durch diese Zeiten ist aber fast jeder erfolgreiche Musiker gegangen, den ich kenne. Mittlerweile stehen dort zum Glück ein paar mehr Menschen, da ist meine Familie nicht mehr auf allen Konzerten dabei. Meine Eltern reisen aber auch heute noch ganz oft mit, wenn wir zum Beispiel im Ausland spielen. Und sie sind vor allem am Start, wenn wir in der Heimat in Nordrhein-Westfalen spielen.
Maria: Was war der coolste Ort, an dem du ein Konzert gegeben hast?
Kamrad: Wir haben mal auf einem Schiff mitten auf der Nordsee gespielt, dass war verrückt. Ich darf aber auch immer mehr Konzerte im Ausland spielen, wie dieses Jahr auf dem Sziget-Festival in Budapest (Ungarn). Das war ein Traum von mir, weil das eines der größten Festivals der Welt ist und mitten im Wald stattfindet. Und da meine Bandkollegen gleichzeitig auch meine Freunde sind, fühlen sich solche Erlebnisse immer an wie eine Klassenfahrt.
Benjamin: Wie oft warst du schon in der Jury von „The Voice of Germany“?
Kamrad: Ich war in der Staffel vom letzten Jahr dabei. Als Coach durfte ich in dem roten Stuhl sitzen, was krass war, weil ich die Sendung von Anfang an geschaut habe. Und das dann erleben zu dürfen, die Talente singen zu hören und den Buzzer zu drücken, war ein ungewohntes, aber schönes Gefühl.
Benjamin: Wie verstehst du dich mit den anderen Coaches?
Kamrad: Sehr gut! Die gemeinsame Zeit bei „The Voice“ ist sehr intensiv, man ist schließlich mehrere Wochen am Stück zusammen im Fernsehstudio. Und da wir sonst alle viel unterwegs sind, freue ich mich dann umso mehr, wenn ich Samu, Mark oder Yvonne treffe.
Maria: Warum ist dein Künstlername Kamrad und nicht Tim?
Kamrad: Ich habe mal als Tim Kamrad angefangen, aber das mit Vor- und Nachnamen hat einfach nicht so gut funktioniert. Und ich wollte mich ein bisschen verändern und das auch zeigen. Da habe ich gedacht, „Kamrad“ klingt außergewöhnlich. Viele denken auch, dass das gar nicht mein richtiger Name ist, sondern etwas Ausgedachtes.
Maria: Bringst du Weihnachtslieder raus?
Kamrad: Ich hätte mal total Lust ein Weihnachtslied zu machen, weil das eine ganz andere Art von Musikmachen ist. Geschafft habe ich das aber noch nicht, weil viele Weihnachtslieder im Sommer geschrieben und aufgenommen werden müssen. Und im Sommer ein Weihnachtslied zu schreiben, finde ich irgendwie schwierig. Aber grundsätzlich liebe ich Weihnachten und durch ein Lied erinnert man sich dann auch jedes Jahr wieder an tolle Momente.
Tim Kamrad Der 28-Jährige ist in Velbert (Nordrhein- Westfalen) geboren und aufgewachsen. Als Sänger ist er viel unterwegs, kommt aber so oft es geht in seine Heimat. Nach seinem Schulabschluss hat Kamrad angefangen zu studieren. Dabei hat er recht schnell für sich gemerkt, dass das nichts für ihn ist. Seitdem verbringt der Musiker viel Zeit an seiner Gitarre und arbeitet im Tonstudio an neuen Songs. Mit „I Believe“ wurde er 2021 weltweit bekannt. Sein neuester Song „Be Mine“ läuft seit Mai diesen Jahres im Radio rauf und runter. Im vergangenen Jahr war Tim Kamrad einer der Coaches in der 14. Staffel von „The Voice of Germany“. Auf diese Zeit blickt er gerne zurück – und schließt eine weitere Teilnahme als Coach nicht aus.