Great Barrier Reef Das Riff im Stress

Tanja Volz

Das größte Korallenriff der Welt stirbt schneller als gedacht.

Korallenriffe sind wunderschön, weil sie so bunt sind. Doch sie sind durch den Klimawandel bedroht. Das größte Korallenriff der Welt verliert immer mehr an Farbe und stirbt ab: Das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens hat im vergangenen Jahr so viele Korallen verloren wie noch nie seit Beginn der Messungen vor fast 40 Jahren. Das haben Forschende in Australien kürzlich bekannt gegeben: Hauptursache sei eine durch den Klimawandel ausgelöste Massenkorallenbleiche im vergangenen Jahr gewesen. Doch nicht nur die Hitze und damit das zu warme Meer setzt den Korallen zu. Auch tropische Wirbelstürme und gefräßige Dornenkronenseesterne machen dem Riff zu schaffen. Diese Art der Seesterne ernährt sich vor allem von Steinkorallen. Wenn diese Tiere in großer Zahl auftreten, können sie ganze Riffabschnitte innerhalb kürzester Zeit kahlfressen. Die gefräßigen Seesterne haben 23 Arme und vermehren sich besonders im warmen Wasser. Das Great Barrier Reef ist mehr als 2000 Kilometer lang – also doppelt so lang wie Deutschland. Dieses Korallenriff gilt als die größte von Lebewesen geschaffene Struktur der Welt. Man kann es sogar aus dem All erkennen.

Warum sind Riffe wichtig?

Korallen bieten Lebensraum für viele Meeresbewohner, also für Tiere und Pflanzen. Viele Millionen Arten sind in einem einzigen Riff zu Hause, etwa einzigartige Fische, Schnecken, Krebse und Muscheln. Wenn ein Korallenriff stirbt, fehlt wichtiger Lebensraum im Meer und Forschende weltweit sind sich einig: Auch wegen der Korallenriffe muss etwas gegen den Klimawandel getan werden.

Korallen sind keine Pflanzen

Korallen sind Tiere! Allerdings können sie sich nicht fortbewegen. Ihre Nahrung fangen sie mit Fangarmen, den sogenannten Tentakeln. Sie fressen Plankton, also winzigste Tiere, die im Meer schweben. Und sie bekommen Energie von den Algen. Es gibt tausende verschiedene Arten von Korallen! Viele tun sich in Kolonien zusammen, diese nennt man dann Korallenriffe.

Was ist die Korallenbleiche?

Immer wieder sind Teile des Riffs von der Korallenbleiche betroffen. Das bedeutet, dass die Korallen ihre wunderschönen Farben verlieren. Viele Korallen leben mit Algen in einer Gemeinschaft: Die Algen stellen für sie Nährstoffe her und verleihen ihnen die bunten Farben. Wenn Korallen gestresst sind, etwa von zu hohen Wassertemperaturen, stoßen sie die Algen ab. Und werden farblos. Ohne die Algen fehlt den Korallen Nahrung. Daher sterben sie ab, die spektakuläre Pracht des Meeres schwindet, zurück bleiben bleiche Korallenskelette.