Emil und die Detektive „Eine Frau war mein Stuntdouble“

Sophia Bell

Das berühmte Buch "Emil und die Detektive" wurde neu verfilmt. Nicholas Jonah Peter spielt darin die Hauptrolle, Kilian Kasa seinen Freund Gustav. Unsere Reporterinnen Mia (11) und Ronja (11) wollten von den beiden wissen, wie so ein Film gedreht wird.

Ronja: Kanntet ihr das Buch „Emil und die Detektive“ schon vor den Dreharbeiten?
Kilian: Ich wusste, dass es das Buch gibt, aber ich hatte es noch nicht gelesen. Mittlerweile hab ich damit angefangen, weil ich es auf jeden Fall kennen will.
Nicholas: Ich kannte es gar nicht. Vor dem Casting habe ich die Verfilmung von 2001 geschaut, um mich vorzubereiten. Am Ende des Drehs haben wir das Buch geschenkt bekommen, aber bei mir steht’s noch im Zimmer rum.

Ronja: Was war schwieriger: den Text auswendig zu lernen oder vor der Kamera natürlich zu wirken?
Nicholas: Text auswendig zu lernen fällt mir relativ leicht. Ich kann das irgendwie gut, außer bei Vokabeln in der Schule. Vor der Kamera natürlich zu wirken ist schwerer. Man soll die Rolle nicht spielen, sondern am besten die Rolle sein. Eine starke Emotion, zum Beispiel ängstlich oder traurig zu sein, ist ein bisschen schwieriger.
Kilian: Vor der Kamera zu stehen war bei dem ganzen Dreh nicht das Schwierige. Ich hatte immer Angst, dass ich den Text vergesse, weil ich ihn nicht gut genug gelernt habe. Aber eigentlich war beides ganz entspannt.

Mia: Wie läuft ein typischer Drehtag ab?
Kilian: Erst frühstücken, dann wurden wir mit einem Auto abgeholt und zu unseren Trailern gefahren. Da waren unsere ganzen Klamotten für den Drehtag drin. Dann haben wir uns umgezogen und sind in die Maske gegangen. Von dort wurden wir zum Set gefahren zum Drehen. Zwischendurch gab es eine Mittagspause und generell hatten wir feste Zeiten, wie lange wir drehen dürfen und wie lange wir am Set bleiben dürfen.

Ronja: Habt ihr manchmal im Studio gedreht oder immer an den echten Orten in Berlin?
Nicholas: Ich glaube, wir haben nur zweimal in einem Studio gedreht, im Filmpark Babelsberg. Da haben wir zum Beispiel die Szene im Zug nach Berlin gemacht, wo Emil Max Grundeis das erste Mal trifft. Wir haben auch am Berliner Hauptbahnhof gedreht. Da musste ich aufpassen, dass ich bei jeder Wiederholung das Gleiche mache, auch wenn da immer verschiedene Leute rumgelaufen sind. Wir konnten da ja nicht alles absperren.
Kilian: Als wir an einer S-Bahn-Station gedreht haben, wurden immer wieder Absperrungen aufgestellt. Weil da sehr viele Menschen waren. Die mussten dann an der Seite warten und haben uns zugeschaut. Das war aber ein schönes Gefühl.

Mia: Welche Szene hat euch am meisten Spaß gemacht?
Nicholas: Am coolsten waren die Szenen, in denen alle Detektive dabei waren.
Kilian: Eine Szene, die mir auch sehr gefallen hat, war die Szene mit Emils Oma. Da waren wir nur zu zweit vor der Kamera. Das ist einfach ein anderes Gefühl als mit viel mehr Leuten. Danach ist mir für den restlichen Dreh eine Last von den Schultern gefallen.

Ronja: Nicholas, in einer Szene stehst du vor einem Büffel, wie wurde das gedreht?
Nicholas: Der Kameramann hat an einem Tag den Büffel im Gehege gefilmt. An einem anderen Tag habe ich in einem leeren Gehege gedreht und musste so tun, als würde ein Büffel vor mir stehen. Das war anspruchsvoll und trotzdem cool. Ich konnte keine richtige Angst haben, musste sie aber spielen.

Mia: In einer Szene klettert Emil an einer Gebäudefassade entlang. Warst du das wirklich?
Nicholas: Ich bin tatsächlich nicht die ganze Fassade entlang geklettert. Das hat ein Stuntdouble gemacht, eine erwachsene Frau, die relativ klein ist und kurze Haare hat. Ich habe aber den Anfang und das Ende gedreht. Dafür bin ich vom Balkon auf den Vorsprung geklettert und später von draußen durchs Fenster wieder rein. Dabei war ich mit einem Seil gesichert.

Ronja: Wer von euch Darstellern wäre am ehesten ein echter Detektiv?
Nicholas: Das ist schwer ... Ich glaube, ich würde mit Lara gehen, die Pony gespielt hat. Sie kann sich gut durchsetzen und ist sehr intelligent. Ich glaube, sie wäre die beste Detektivin von uns allen.
Kilian: Ja, das finde ich auch.

Mia: Was hat euch an euren Rollen am besten gefallen?
Nicholas: Emil ist sehr mutig und gibt einfach nicht auf. Das finde ich sehr bewundernswert an ihm.
Kilian: Ich finde an Gustav schön, dass er so offen und nett ist und so viele Leute kennt.

Ronja: Was hat sich für euch verändert, seit ihr in einem Kinofilm mitgespielt habt?
Kilian: Ich verstehe Filme jetzt besser. Ich sehe sie mit anderen Augen, weil ich weiß, was hinter den Kulissen passiert.
Nicholas: Bei mir ist das ähnlich. Wenn ich einen Film schaue, weiß ich zum Beispiel wo die Kamera stand. Und als ich den neuesten Spiderman-Film im Kino gesehen habe, konnte ich richtig viel vorhersehen. Ich glaube, das liegt daran, dass ich selbst schon geschauspielert habe.


Nicholas und Kilian

Als Emil spielt Nicholas Jonah Peter zum ersten Mal die Hauptrolle in einem Kinofilm. Zuvor hatte er schon kleinere Rollen, zum Beispiel schlüpfte er in eine Nebenrolle im Film „Max und die Wilde 7 – Die Geisteroma“. Der 14-Jährige liebt Star Wars, Harry Potter und Marvel-Verfilmungen wie Spiderman. Kilian Kasa hat bisher in Kurzfilmen mitgespielt, stand aber auch nach den Dreharbeiten zu „Emil und die Detektive“ für einen ZDF-Film wieder vor der Kamera. Der 13-Jährige ist großer Fan von sämtlichen Spiderman-Verfilmungen.