Lukas: Wie lange dauert es, einen Song zu schreiben?
Flo: Mal geht’s superschnell, mal dauert’s lange. Manchmal gibt es eine Idee, es entstehen relativ schnell die Musik und der Text dazu und dann dauert es manchmal wirklich nur ein paar Stunden, bis der Song fertig ist. Ich persönlich finde oft die am besten, die schnell entstehen. Weil sich das manchmal so anfühlt, als würden die von selbst entstehen. Bei anderen dauert es manchmal Tage, Wochen oder sogar Monate, bis ein Song wirklich fertig ist.
Jakob: Für welchen Song habt ihr am längsten gebraucht?
Lukas: „Ganz groß“ – da klang das Instrumental irgendwie nicht gut und dann haben wir das tausendmal umgebaut. Das hat uns Nerven gekostet. Wir sind jetzt aber auch sehr glücklich über den Song „Du musst nicht“ auf unserem aktuellen Album. Den Beat, also die Musik ohne den Text, schleppen wir schon seit drei Alben mit uns rum und wollten immer was draus machen. Jetzt hat es endlich geklappt!
Pauli: Manchmal dauert’s.
Flo: Deshalb: Wenn ihr mal Beats macht: nie wegschmeißen, wenn euch nicht sofort was einfällt. Vielleicht kommt drei oder vier Jahre später eine gute Idee.
Lukas: Habt ihr Tipps, wie man schon als Kind Rap-Songs schreiben kann?
Flo: Ich würde den Tipp geben, über irgendwas zu schreiben, was man gut kennt und wofür man sich wirklich interessiert. Zum Beispiel: Was machst du gerne in deiner Freizeit?
Lukas: Fußball spielen.
Flo: Damit bist du schon mal nicht alleine, das machen ja viele. Da gibt es ein paar gute Themen. Schießt du denn Tore oder stehst du im Tor?
Lukas: Ich bin eher in der Abwehr.
Flo: Du unterstützt also die anderen. Das ist ein Punkt, über den du nachdenken könntest oder du erzählst, warum du gerne Fußball spielst. Das kannst du erstmal aufschreiben. Wie man dann Reime findet, schaut man dann später.
Lukas: Es muss sich auch nicht immer alles reimen!
Lina: Ich habe eine Band mit meinen Freunden gegründet. Zu den Melodien singe ich dann manchmal irgendeinen komischen Text auf Englisch, der gar keinen Sinn macht.
Lukas: Weißt du, wie man das nennt? Das sind Schimmeltexte! Das machen wir auch ganz oft, dass wir erstmal irgendeinen Quatsch singen, bevor wir den Text haben. Wenn man noch nicht den fertigen Text hat, fühlt man sich sonst so eingeschränkt, weil man denkt: „Ah, ich hab’s noch nicht perfekt.“
Jakob: Hört ihr eure Lieder auch wenn keine Kinder in der Nähe sind?
Lukas: In der Phase, in der wir ein Album machen, höre ich die Lieder unendlich oft. Manchmal denke ich: Das ist ja ganz schön selbstverliebt, immer wieder das gleiche Lied zu hören und zu denken „Das habe ich gut gemacht.“ Aber man muss sich ja auch selbst liebhaben, das ist wichtig.
Pauli: Während man die Songs produziert, hört man das ständig. Dabei merkt man zum Beispiel, dass im Refrain noch etwas fehlt oder irgendein Sound noch hineinmuss.
Lukas: Ist schon mal was Peinliches auf einem Konzert passiert?
Flo: Auf jeden Fall. Bei unserer Hallentour sind wir mal auf die Bühne gelaufen. Da standen so ein paar Bühnenelemente rum. Vorm Konzert habe ich noch zu Lukas und Pauli gesagt: „Stolpert da nicht drüber, ihr seid solche Trottel, passt da auf.“ Und dann ging das Konzert los, und ich bin darüber gestolpert. Kennt ihr das, wenn man läuft und so stolpert, dass man noch so komisch weiterlaufen muss? Dann habe ich mich am Vorhang festgehalten, habe den runtergerissen, Lukas’ Keyboard umgeschmissen und bin in den Seitenvorhang gefallen.
Lina: In eurem Podcast habt ihr erzählt, dass euch die Crew beim letzten Konzert einer Tour immer Streiche spielt. Spielt ihr auch mal welche zurück?
Flo: Wir necken uns schon mal und ärgern uns ein bisschen. Aber die richtigen Überraschungsstreiche lassen die sich einfallen.
Pauli: Die Crew arbeitet ja die ganze Zeit für die Band – dass es der Band toll geht und alles klappt. Am Ende der Tour ist es dann für die Crew so: Okay, jetzt habt ihr uns drei Wochen lang gestresst, jetzt ärgern wir euch mal richtig!
Lukas: Letztes Mal haben sie 30 Kilo Kunstschnee über uns ausgekippt, ohne dass wir das wussten. Eigentlich rieselt der so ganz langsam bei „Wann wird’s mal wieder richtig Winter“ auf uns runter.
Deine Freunde
Seit 15 Jahren machen Florian Sump, Lukas Nimscheck und Markus Pauli Musik zusammen. Im Mai ist ihr achtes Album „Die Kinder spielen verrückt“ erschienen. Außerdem erscheint alle zwei Wochen eine neue Folge ihres Podcasts „Ordentlich durcheinander“ und vier Bücher beziehungsweise Hörspiele namens „Tür zu, es zieht!“. Bei den Konzerten von Deine Freunde müssen die Eltern weiter hinten stehen, während die Kinder vor der Bühne Spaß haben. Die Musik soll aber nicht nur den Kindern gefallen: „Mittlerweile muss man sagen, dass sie für alle ist. Die Eltern kommen auch ganz gerne zu den Konzerten, manchmal sogar die Großeltern. Dadurch ist es Musik für Kinder und Erwachsene. Und sie muss in erster Linie auch uns selbst gut gefallen“, sagt Flo im Interview mit den Kinderreportern.