David Späth „Glaubt an euch selbst!“

Niklas Sticher

Bei der Handball-Europameisterschaft wird auch David Späth für die Nationalmannschaft antreten. Unsere Kinderreporter Benjamin (12) und Felix (10) wollten von ihm wissen, wie sich ein Spiel für Deutschland anfühlt, und was ihm im Tor besonders wichtig ist.

Benjamin: Weißt du noch, wann du zum ersten Mal Handball gespielt hast und warum gerade Handball?
David Späth: Das war mit sechs Jahren. Mein Bruder Mike und ich haben früher alles zusammen gemacht. Wir hatten eigentlich immer Fußball gespielt, auf dem Spielplatz oder in der Pause. Irgendwann wollten wir aber etwas Neues ausprobieren. Beim Verein in unserer Nähe waren Plätze beim Handball frei, also sind wir hingegangen. Und es hat uns von Anfang an gefallen.

Benjamin: War es schon immer dein Traum, Handball-Profi zu werden oder hattest du auch andere Ideen?
David Späth: Handball war immer mein großer Traum. Trotzdem hatte ich im Hinterkopf einen Plan B. Ich wollte Lehrer werden, falls es mit dem Profi-Handball nicht klappt. Zum Glück hat dann aber der Handball-Weg funktioniert.

Felix: Hattest du als Kind ein Vorbild?
David Späth: Ja, auf jeden Fall. Mein großes Vorbild war der Franzose Thierry Omeyer. Er war lange Torwart beim THW Kiel. Und natürlich Andreas Wolff. Vor allem das EM-Finale 2016 mit Andi hat viele junge Torhüter inspiriert.

Felix: Was war auf deinem Weg zum Profi am schwersten?
David Späth: Das Dranbleiben. Es gibt viele Höhen und Tiefen. Man hört auch oft, dass Leute sagen: „Du schaffst das nicht.“ Das Schwierige ist, diese Stimmen auszublenden und weiter an sich zu glauben.

Benjamin: Kannst du dich an dein erstes Spiel für die Nationalmannschaft erinnern?
David Späth: Klar, das war im November 2023 gegen Ägypten und ist noch gar nicht so lange her. Die Nationalhymne mitzusingen war ein unglaubliches Gefühl. Da denkt man kurz: Wow, ich habe es wirklich geschafft.

Benjamin: Wer bringt dich in der Nationalmannschaft am meisten zum Lachen?
David Späth: Auf jeden Fall Justus Fischer. Wir haben einen sehr ähnlichen Humor und fühlen uns zusammen manchmal wieder wie Kinder.

Felix: Bist du vor Spielen eher nervös oder ruhig?
David Späth: Das ist unterschiedlich. Früher war ich sehr ruhig, heute bin ich manchmal nervöser. Aber Nervosität ist nichts Schlechtes. Ich arbeite auch mit einer Mentaltrainerin, die mir hilft, fokussiert zu bleiben.

Benjamin: Gibt es etwas, das du vor jedem Spiel gleich machst?
David Späth: Ich versuche, keine festen Rituale zu haben. Was ich aber fast immer vor Heimspielen mache: Mit meinem Hund spazieren gehen, um den Kopf freizubekommen.

Felix: Was findest du am Torwart-Sein am coolsten?
David Späth: Man kann ein Spiel entscheiden, der sogenannte X-Faktor sein. Als Torwart kann man dem Team einen extra Push geben. Außerdem sieht man als einziger auf dem Spielfeld anders aus.

Benjamin: Was war bisher dein schönster Moment im Handball?
David Späth: Es gab viele schöne Momente, zum Beispiel der U21-Weltmeistertitel oder Olympia-Silber. Besonders prägend war für mich aber der DHB-Pokal 2023, als wir das Finale im Siebenmeterwerfen gewonnen haben.

Felix: Was geht dir vor einem Siebenmeter durch den Kopf?
David Späth: Gar nicht so viel. Ich überlege kurz, wer vor mir steht, und versuche dann einfach zu reagieren und nicht zu viel nachzudenken.

Benjamin: Was machst du gern, wenn du gerade keinen Handball spielst?
David Späth: Ich verbringe viel Zeit mit meiner Familie, meinen Freunden und meiner Freundin. Außerdem bin ich viel mit unserem Hund draußen.

Felix: Welchen Tipp würdest du Kindern geben, die Handball-Profi werden wollen?
David Späth: Glaubt an euch selbst und verliert nie den Spaß am Sport. Hört auf Menschen, denen ihr vertraut, aber bleibt euch selbst treu


David Späth wurde am 29. April 2002 geboren und ist Torwart bei den Rhein-Neckar Löwen. Außerdem spielt er für die deutsche Nationalmannschaft, wo er die Nummer 29 trägt – eine Anlehnung an seinen Geburtstag. Mit seiner Größe von 2,02 Metern ist er im Tor kaum zu übersehen. Sein bisher prägendster Moment war der Gewinn des DHB-Pokals 2023, als er im Finale einen entscheidenden Siebenmeter hielt.