Annika Preil „Tiere haben oft ihren eigenen Kopf“

Salome Schmidgall

Annika Preil reist seit zwölf Jahren als Reporterin für die Kika-Sendung „Anna und die wilden Tiere“ um die Welt. Die Reporterinnen Julia (10), Melissa (10) und Amelie (9) wollten von ihr wissen, wo es ihr am besten gefallen hat und ob sie schon mal Angst vor einem Tier hatte.

Amelie: Hast du dich schon immer für Tiere interessiert?
Annika Preil: Ja, schon immer. Als ich ein Kind war, wollte ich am liebsten einen Bauernhof mit ganz vielen Tieren und zehn Kindern haben. Davon bin ich abgekommen. Ich bin lieber als Tier-Reporterin unterwegs. Da kann ich ganz viele unterschiedliche Tiere treffen und das sogar in der Wildnis, das finde ich am schönsten.

Julia: Wie bist du Tier-Reporterin geworden?
Annika Preil: Ich wurde tatsächlich gefragt und habe dann ein Casting gemacht. Bei dem Probedreh ging es um Dromedare. Da wusste ich: „Ich will den Job unbedingt haben!“ Aber dass ich das mal so lange machen würde, über zwölf Jahre, das hätte ich damals nicht gedacht.

Melissa: Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
Annika Preil: Das Spannende ist, dass wirklich jeder Drehtag anders aussieht. Manchmal weiß ich auch vorher gar nicht so richtig, was passieren wird. Man kann zwar einen Drehplan schreiben, aber die Tiere haben oft ihren eigenen Kopf. Außerdem drehen wir nicht alles in der Reihenfolge, wie es dann im Fernsehen zu sehen ist.

Amelie: Gibt es auch Tage, an denen du keine Lust hast zu drehen?
Annika Preil: Nein, eigentlich nicht, weil wir ja immer irgendetwas Spannendes vorhaben, und ich immer ein tolles Tier treffen darf.

Melissa: Darfst du die Themen selbst auswählen oder werden dir die Themen zugewiesen?
Annika Preil: Ich darf immer Ideen einbringen, aber die meisten stammen von der Produktionsfirma. Wir sind ein sehr großes Team. Und wenn wir in ein bestimmtes Land reisen, dann drehen wir dort auch gleich fünf oder sechs Folgen hintereinander, damit es sich lohnt.

Julia: Fandest du auch schon mal ein Tier doof?
Annika Preil: Also doof fand ich bis jetzt eigentlich kein Tier, aber ich hatte schon schon immer so ein bisschen Angst vor Spinnen und Schlangen. Bei Spinnen befürchte ich immer, dass die mir in den Pullover reinkrabbeln.

Amelie: Und vor welchem Tier hattest du am meisten Respekt?
Annika Preil: Ich war einmal mit Kaimanen schwimmen, da musste ich mich sehr überwinden. Was niemand gesehen hat: Der Regisseur ist zuerst ins Wasser gegangen und erst dann bin ich auch reingegangen. Er hat aus dem Wasser gefilmt, und ich dachte mir: „Gut, wenn die ihn nicht anknabbern, dann mich vielleicht auch nicht.“

Melissa: Gab es Situationen, die dir besonders schwer gefallen sind?
Annika Preil: In Südafrika waren wir bei einer Nashorn-Enthornung dabei. Die Tiere werden enthornt, weil sie sonst von Wilderen gejagt werden. Es war wahnsinnig aufregend und berührend. Aber auch irgendwie sehr traurig und absurd, dass man den Tieren das abnehmen muss, wofür sie stehen, nämlich das Horn.

Melissa: Dich hat mal ein Gepard abgeleckt. Fandest du das eklig?
Annika Preil: Nein, ich fand es tatsächlich sehr spannend. Wenn man von einer Katze abgeschleckt wird, dann fühlt sich das ja so verrückt an, weil die so eine raue Zunge haben. Beim Gepard ist es auch so, aber der hat eine viel größere Zunge. Also das fühlt sich wirklich sehr komisch an.

Julia: Über welches Tier würdest du gern noch eine Folge machen?
Annika Preil: Ich würde gerne mal etwas mit Walhaien machen, die finde ich sehr spannend. Es ist aber gar nicht so einfach, unter Wasser zu filmen, weil man da ja nicht moderieren kann. Was ich auch toll fände, wäre ein Schneeleopard, aber die sind sehr schwer zu finden.

Melissa: Welche Auslandsreise hat dir am meisten gefallen?
Annika Preil: Brasilien war ziemlich toll, weil ich da auch einen familiären Bezug habe. Und da waren wir wirklich mittendrin in der Natur, sind aufgestanden und konnten gleich Tiere beobachten.

Amelie: Wo möchtest du sonst noch hin?
Annika Preil: Ich habe noch ganz viel vor. Ich war zum Beispiel noch nie in Neuseeland und auf Hawaii. Es gibt noch viele Länder, die offen sind.


Annika Preil

Die Reporterin von „Anna und die wilden Tiere“ heißt eigentlich Annika Preil. Anna nennt sie sich nur für die Sendung. „Mit Annika hätte sich der Titelsong sehr blöd angehört. Das musste ein Name mit zwei Silben sein“, erklärte die 36-Jährige im Interview. Für die Sendung hat sie ungefähr 60 Drehtage im Jahr, an denen sie mit einem Kamerateam unterwegs ist, um wilde Tiere genauer unter die Lupe zu nehmen. Früher hatte sie Hunde, zuletzt einen Labrador namens Holly, der vor einigen Jahren gestorben ist. Da sie so viel unterwegs ist, hat sie aktuell keine Zeit für ein Haustier. Zwischenzeitlich hatte sie Urzeitkrebse. „Nach einem Dreh haben sie ein Zuhause gesucht und da habe ich gesagt: Die nehm ich“, erzählt sie. „Sie waren sehr spannend zu beobachten.“